Wer aufmerksam durch Berlin geht, sieht an Hauswänden und unter freiem Himmel zahlreiche Tafeln und Hinweise, die an historische Ereignisse und Personen erinnern, welche für die Berliner und deutsche Geschichte in ganz unterschiedlicher Hinsicht von Bedeutung waren. Neuerdings können die mit Inschriften, da und dort auch mit Porträts sowie Gebäudedarstellungen und anderen Bildern versehenen Tafeln unter der Adresse www.gedenktafeln-in-berlin.de im Internet betrachtet werden. Die Seite ist eine Gemeinschaftsproduktion der Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten, des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e. V. und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Deren Repräsentanten André Schmitz, Kaspar Nürnberg und Johannes Tuchel betonten bei der Vorstellung der weltweit und ohne Unterbrechung einsehbaren Internetseite, mit ihr bestehe die einzigartige Möglichkeit, nicht nur historische Örtlichkeiten in Berlin per Mausklick kennenzulernen, sondern sich auch mit der Biographie derjenigen vertraut zu machen, die dort gelebt, gearbeitet und gelitten haben. Die neue Internetseite sei für zusätzliche Informationen über die auf den Tafeln erwähnten Personen und Ereignisse offen.
Die Zusammenstellung erfolgt nach Bezirken, Straßen und Plätzen, aber auch nach Ereignissen, Institutionen und Gebäuden. Sie lässt sich darüber hinaus auch durch ein Personenregister treffsicher erschließen. In die Internet-Präsentation flossen Recherchen des Aktiven Museums e. V. sowie des Gedenktafel-Spezialisten Holger Hübner ein. Er brachte 1997 das Buch „Das Gedächtnis der Stadt - Gedenktafeln in Berlin“ heraus, eine 536 Seiten umfassende Dokumentation mit vielen Abbildungen im Argon Verlag Berlin heraus.
Viele Gedenktafeln aus Porzellan, Metall oder Stein geben wieder, dass in Berlin nicht nur bedeutende Männer und Frauen Spitzenleistungen der Kultur, Kunst und Wissenschaft erbracht haben. Ein großer Teil der Tafeln weist auch darauf hin, dass hier während der vor 80 Jahren errichteten Nazidiktatur schreckliche Verbrechen geplant und begangen wurden. Darüber hinaus spielen in der Berliner Gedenkstättenkultur die Nachkriegszeit und die Periode der Teilung der ehemaligen Reichshauptstadt eine große Rolle. So kann man auf der Internetseite auch ganz neue, entlang der ehemaligen Ost-West-Grenze aufgestellte Stelen mit Bildern und Texten zur Lage nach dem Mauerbau 1961 und über zahlreiche Fluchtversuche betrachten, die oft tödlich endeten oder den Flüchtenden hohe Zuchthausstrafen und ihren Familien schwere Drangsalierungen eintrugen.
Ungeachtet umfassender Nachforschungen kann manches übersehen worden sein, räumen die Autoren Internetseite ein. Deshalb würden sie sich darüber freuen, wenn aufmerksame Leser und Nutzer ihnen weitere Tafeln meldeten. Kontakt Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten Telefon 030/90228203, Aktives Museum e. V. 030/263989039 und Gedenkstätte Deutscher Widerstand 030/26995000.
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