Hoher Turm bestimmt das Stadtbild -
Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert barocke Sophienkirche in Berlin-Mitte



Nicht zu übersehen ist in der Innenstadt der Turm der Sophienkirche, der einzige in Berlin erhaltene Kirchturm aus der Barockzeit. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Restaurierung von Ausstattungstücken. (Foto: Caspar)

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Konservierung und Restaurierung historischer Bauten und einzelner Kunstwerke mit zum Teil erheblichen Zuwendungen. Die barocke Sophienkirche an der Großen Hamburger Straße 29-31 unweit des Hackeschen Markts erhielt jetzt 15 000 Euro, um wichtige Ausstattungsstücke restaurieren zu lassen. Das Geld kommt renovierungsbedürftigen Grabtafeln und dem Altar zugute; außerdem ist eine Erinnerungstafel an der Außenfassade in das Programm aufgenommen worden. Nach Informationen der in Bonn ansässigen Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird außerdem für die Sophienkirche ein Konzept zur Restaurierung des einzigartigen Innenraums erarbeitet.

Das vor über 300 Jahren von der aus Mecklenburg stammenden preußischen Königin Sophie Luise gestiftete Gotteshaus ist eines von mehr als 150 Projekten allein in Berlin, die aus Mitteln der Stiftung Denkmalschutz sowie der Glücksspirale und der Rentenlotterie von Lotto finanziert werden. Dazu gehören das Reiterdenkmal Friedrichs des Großen Unter den Linden, die von Karl Friedrich Schinkel erbaute klassizistische Elisabethkirche und die barocke Parochialkirche sowie die ehemalige Tierarzneischule (alle Bezirk Mitte), ferner die Samariterkirche (Friedrichshain), das Kreuzbergdenkmal und der Portikus des ehemaligen Anhalter Bahnhofs (Kreuzberg), das Kesselhaus des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth (Lichtenberg), das Gutshaus in Mahlsdorf und das Schloss Biesdorf (beide Marzahn-Hellersdorf) sowie über die ganze Stadt verteilte historische Mietshäuser und Bauten der klassischen Moderne.

Die protestantische Sophienkirche wurde nach Plänen vermutlich des Architekten Philipp Gerlach als schlichtes Gotteshaus mit hohem Walmdach erbaut. Zwischen 1729 und 1735 erhielt sie nach Plänen von Johann Friedrich Grael einen stattlichen Turm. Mit einer Höhe von 70 Metern bestimmt er sichtbar das Bild der Innenstadt. In der Ära Kaiser Wilhelms II. wurde die Kirche im Stil des Neobarock in eine einschiffigen Hallenkirche mit einer dreiseitigen Empore und einer Chorapsis umgebaut. Gleichzeitig wurde durch den Bau von Mietshäusern eine großzügige städtebauliche Eingangssituation geschaffen. Von der reichen Innenausstattung sind die Kanzel aus der Zeit um 1712, die originale Rokokotaufe von 1741, eine Orgel von Ernst Marx von 1789/1790 sowie reich gestaltete Grabmäler auf dem ehemaligen Kirchhof zwischen der Großen Hamburger Straße und der Sophienstraße erhalten. Eines erinnert an Carl Friedrich Zelter, den 1833 verstorbenen Baumeister und Direktor der Berliner Singakademie, ein anderes ehrt den berühmten Historiker Leopold von Ranke, der 1886 starb.

Zurück zur Themenübersicht "Berlin und das Land Brandenburg"