Großer Kurfürst hoch zu Ross -
Wie Schlüters Meisterwerk aus Bronze in den Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg kam



Das von Andreas Schlüter geschaffene Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg war Vorbild weiterer Monumente dieser Art und zieht im Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg bewundernde Blicke auf sich. (Foto: Caspar)

Andreas Schlüters berühmtes Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm gibt es in Berlin gleich zweimal - seit 1951 steht im Ehrenhof des Charlottenburger Schlosses Original, während eine Kopie seit 1904 die Große Kuppelhalle des Bode-Museums auf der Museumsinsel schmückt. Beide Monumente spielen bei der Ehrung des vor 300 Jahren in Sankt Petersburg verstorbenen Berliner Bildhauers und Schlossbaumeisters eine große Rolle. Die Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz richten dem Künstler vom 4. April bis 13. Juli 2014 eine repräsentative Ausstellung im Bode-Museum aus und verweisen die Besucher auf weitere Orte wie die Marienkirche, das Zeughaus Unter den Linden und das Schloss Charlottenburg in Berlin, an denen man ebenfalls Schlüter begegnen kann. Obwohl der aus Danzig stammende Künstler ein berühmter Mann war, kennt man weder sein genaues Geburtsjahr noch den exakten Todestag, und auch ein authentisches Bildnis ist nicht überliefert. Im Katalog zur Ausstellung ist von einer Lebensspanne zwischen 1659/60 und 1714 die Rede.

Das im Ehrenhof des Charlottenburger Schlosses aufgestellte, vor einigen Jahren restaurierte Reitermonument verherrlicht den Kurfürsten Friedrich Wilhelm in der Art, wie man römische Kaiser dargestellt hat. Ihm zu Füßen flehen vier Sklaven als Symbolfiguren besiegter Länder den Herrscher um Gnade. Eine Inschriftentafel am Sockel nennt König Friedrich I., den Sohn des Großen Kurfürsten, als Stifter dieses Monuments. Das seit 1703 auf der Berliner Schlossbrücke stehende Hauptwerk barocker Monumentalplastik war im Zweiten Weltkrieg zum Schutz vor Bombenangriffen abgebaut worden. Beim Transport an einen Auslagerungsort versank es im Tegeler See, wurde 1949 geborgen und 1951 nach Charlottenhof vor das damals noch zerstörte Schloss gebracht. Die Rückgabe nach Ostberlin kam in den Zeiten des Kalten Kriegs nicht zustande, die DDR hat ihre Ansprüche niemals aufgegeben. Der Umzug des insgesamt 5,60 Meter hohen Monuments an den alten Standort in die Mitte der Hauptstadt wurde immer mal wieder angeregt, doch wird dagegen gehalten, dass sich der Kurfürst hoch zu Ross sehr gut in das barocke Umfeld des Schlosses Charlottenburg einfügt. Ob irgendwann eine Kopie auf die heutige Rathausbrücke gestellt wird, steht in den Sternen. Doch würde es sich vor der wiederhergestellten Schlossfassade des Humboldt-Forums sicher gut ausmachen.

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