Münzfries im Schadowhaus -
Bundestag ehrt in historischem Künstlerhaus den vor 250 Jahren geborenen Bildhauer



Christoph Brech (rechts) führt den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert durch die neue Ausstellung im Schadowhaus, das nach umfassender Renovierung vom Kunstbeirat des Deutschen Bundestags genutzt wird.



Die im Schadowhaus ausgestellten Reliefplatten machen neugierig auf den gesamten, 36 Meter langen Münzfries, der in den Katakomben des Kreuzbergdenkmals mehr abgestellt als aufgestellt ist.


Beim Hoffest im Schadowhaus wurde des am 20. Mai 1764 als Sohn eines Berliner Schneiders geborenen Bildhauers und Grafikers gedacht. Das Bild zeigt links Klaus Gehrmann, den Geschäftsführer der Schadow Gesellschaft e. V., und den Maler und Grafiker Johannes Grützke, in dessen Werk Schadow einen hervorragenden Platz einnimmt. (Fotos: Caspar)

Noch schlummert der um 1800 von dem Berliner Bildhauer Johann Gottfried Schadow für die Königliche Münze am Werderschen Markt geschaffene Sandsteinfries in den Katakomben des Kreuzbergdenkmals. Jetzt aber kann man im Schadowhaus in der Schadowstraße 6 einige Platten zusammen mit Arbeiten des Fotografen und Videokünstlers Christoph Brech besichtigen. Bei der Eröffnung der Ausstellung im Seitenflügel des Schadowhauses betonte Bundestagspräsident Norbert Lammert die Einzigartigkeit des Sandsteinfrieses, den Schadow nach einem Entwurf von Friedrich Gilly gestaltet hatte und einen der bedeutendsten preußischen Staatsbauten aus der Zeit des Klassizismus schmückte. Lammert und weitere Redner sprachen die Hoffnung aus, dass das 36 Meter lange, in einzelne Platten unterteilte Bildwerk seiner Bedeutung gemäß eines Tages wieder öffentlich präsentiert werden kann. „Mit der Ausstellung ,Ansichten’ beginnt in dem vom Deutschen Bundestag von Dach bis Keller sanierten und restaurierten Schadowhaus eine Serie von Ausstellungen, die sich mit dem Bildhauer, Grafiker und Akademiedirektor und seinem Nachleben bis heute befasst“, erklärte Lammert.

Im Anschluss an die Präsentation der stark gedunkeltem Sandsteinplatten werden von Christoph Brech geschaffene Ansichten vom Dach des Brandenburger Tors, auf dem Schadows Quadriga steht, sowie aus dem Denkmaldepot unter dem Kreuzbergdenkmal sowie aus der in Charlottenburg ansässigen Gipsformerei der Staatlichen Museen gezeigt. Ein Video, das eine von Brech auf ungewöhnliche Weise aufgenommene Tänzerin aus Bronze zeigt, verleiht der Ausstellung zusätzliche Lebendigkeit und macht neugierig auf weitere Kunstwerke, die in Berliner Museen an Johann Gottfried Schadow und seine Schüler erinnern. Ein Video, das eine von Brech auf ungewöhnliche Weise aufgenommene Tänzerin aus Bronze zeigt, verleiht der Ausstellung zusätzliche Lebendigkeit und macht neugierig auf weitere Kunstwerke, die in Berliner Museen an Johann Gottfried Schadow und seine Schüler erinnern.

Von der Kunstkommission des Deutschen Bundestages ist zu erfahren, dass künftig in größeren Abständen Führungen durch die Räume abgehalten werden sollen, die Johann Gottfried Schadow von 1805 bis zu seinem Tod im Jahr 1850 bewohnte und in denen er zahlreiche Vertreter des geistigen und kulturellen Lebens seiner Zeit empfing. Die ihm gewidmete Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen im Internet unter www.kunst-im-bundestag.de.

Die Stiftung Stadtmuseum hat wegen der großen Publikumsresonanz ihre mit der Schadow Gesellschaft Berlin e. V. im Ephraimpalais veranstaltete Ausstellung „Unser Schadow - Gratulation zum 250. Geburtstag“ bis zum 17. August verlängert. Sie kann im Ephraimpalais Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, jedoch am Mittwoch von 12 bis 20 Uhr besichtigt werden. Zu sehen sind mehr als 300 Exponate, darunter Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken. Die Präsentation wird ergänzt durch eine Kabinettausstellung im Knoblauchhaus mit „Schadows Berlin. Stadtansichten aus der Zeit von 1800 bis 1840“.

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