Stadtmuseum heißt jetzt Berlin Museum - Neuer Name für alle Sammlungen aus alten und neuen Zeiten

  

Das Märkische Museum im Köllnischen Park mit dem weithin sichtbaren Turm wurde von Ludwig Hoffmann entworfen und 1908 als erstes speziell als Stadtmuseum konzipierte Gebäude der Welt eröffnet. Das Bauten der Mark Brandenburg nachempfundene Haus ist wegen umfassender Renovierungsarbeiten geschlossen. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Marinehaus entsteht hier bis 2028 ein neuer Kulturstandort.

  

Berlin lässt sich nicht mit einer einzigen Stimme und einem einzigen Standort erzählen. Im barocken Ephraimpalais stellt das Stadtmuseum Zeugnisse alter und neuer Stadt- und Landesgeschichte aus.

  

Dass es sich beim Ephraimpalais und der Nikolaikirche im gleichnamigen Viertel um qualitätvolle Nachbauten aus den 1980er Jahren handelt, erfährt man erst, wenn man beim Besuch der Ausstellungen nachfragt.

  

Gezeigt werden Kunstwerke, Möbel und Haushaltsgegenstände aus der Biedermeierzeit, als im Wohnhaus der Unternehmerfamilie Knoblauch Künstler und Gelehrte ein- und ausgingen.

Fotos: Caspar

Schon lange geplant und diskutiert,
erhielt das über mehrere Standorte verteilte Stadtmuseum Berlin im Juli 2026 den Namen Berlin Museum. Die im 19. Jahrhundert angelegte und zunächst im Märkischen Museum am Köllnischen Park präsentierte Sammlung enthält Exponate von den ältesten Siedlungszeiten entlang der Spree und ihren Nebenflüssen und erzählt, wie die Kommune langsam wuchs, wer dort gelebt hat und lebt, welche Stadtteile und Kieze es gibt, wer aus allen Himmelsrichtungen einwanderte und wie die heutige Millionenstadt von der Migration profitierte. Der Name Berlin Museum passt zu einer Museumsgruppe, die die vielen Geschichten, Perspektiven und Widersprüche der Stadt an unterschiedlichen Orten erlebbar macht. Die Sammlung ging aus Beständen hervor, die Berliner Geschichts- und Kunstfreunde im späten 19. Jahrhundert anlegten und dafür sorgten, dass eigentlich für den „Müllhaufen der Geschichte“ bestimmte Skulpturen aus Holz und Stein gerettet und ausgestellt wurden. Hinzu kamen Gegenstände, die Archäologen in Berlin und seiner Umgebung fanden.

Attraktives Museums- und Kreativquartier
Sophie Plagemann, Künstlerische Direktorin des Berlin Museums, sieht in der Namensgebung einen wichtigen Schritt, um seine Schätze auch über die Hauptstadt hinaus bekannt zu machen und neue Besucher anzulocken. „Berlin ist unser Thema – und das in all seinen Facetten. Unsere Stadt ist vielstimmig, geprägt von Brüchen und Widersprüchen. Sie fordert heraus und fasziniert uns. Das zeigen wir in unseren vielseitigen Programmen und von nun auch in der verbesserten Außenkommunikation.“ Marco Barsda Oft, Leiter Marketing und Kommunikation ergänzt: „Berlin Museum ist ein Name, der sofort verständlich ist. Er ist der gemeinsame Rahmen für unsere zahlreichen Standorte und Projekte. So wird aus vielen einzelnen Angeboten ein gemeinsamer Auftritt.“
Wenn alles nach Plan geht, dann kann man 2027 das von Dach bis Keller erneuerte und in ein Ausstellungs- und Werkstattgebäude verwandelte Marinehaus und ein Jahr später das nach Plänen von Ludwig Hoffmann erbaute und 1908 eröffnete Märkische Museum besichtigen.
Damit entsteht am Rand der Innenstadt, aber gut durch die S-Bahn und die U-Bahn mit Extrahaltestelle ein attraktives Museums- und Kreativquartier. Es lädt ein, die Stadt neu zu erleben, zu verstehen und aktiv mitzugestalten.

Objekte werden digital zugänglich
Das 2028 mit neuartigen „Innenleben“ und besser zugänglichen Schauräumen wieder eröffnete Märkische Museum lädt zu einer Zeitreise durch die Geschichte und Kultur ein. Im Marinehaus, einem ehemaligen Kasino für Offiziere der kaiserlichen Kriegsflotte, entsteht ein offener, diskursiver, gegenwarts- und zukunftsorientierter Treffpunkt, in dem Berlin spartenübergreifend und experimentierfreudig aktuelle und zukünftigen Entwicklungen thematisiert werden. Das Berlin Museum gehört zu den größten stadtgeschichtlichen Museen Europas. Seine Sammlung umfasst rund 4,5 Millionen Objekte und Dokumente, die schrittweise digital zugänglich gemacht und in Ausstellungen präsentiert werden. Die Standorte des Berlin Museums sind das Ephraim-Palais, das Knoblauchhaus und die Nikolaikirche im Nikolaiviertel. Zum Berlin-Museum gehören das Museumsdorf Düppel in Steglitz-Zehlendorf, die Ausstellung BERLIN GLOBAL im Humboldt Forum und das Atelier Jeanne Mammen am Kurfürstendamm. Zur Stiftung gehören zudem das Archiv Soziale Künstlerförderung und das Projekt Lernort Kolonialismus.

29. Juli 2026